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Hedwig Scherrer (1878 – 1940)
Das künstlerische Werk von Hedwig Scherrer gleicht einem verborgenen Schatz. Beim flüchtigen Hinsehen fast unscheinbar wirkend, erfordern die kleinformatigen Zeichnungen und Miniaturen besondere Aufmerksamkeit, um die Schönheit und die feine Qualität dieser Arbeiten zu entdecken. Auf den ersten Blick beeindruckt aber sofort die vollendete Technik dieser Künstlerin. Doch es kommt etwas Wesentliches hinzu. Was ihre Arbeiten so einzigartig und unvergleichlich macht, liegt in ihrer Bildsprache. Mit einfachen Mitteln gelingt es Hedwig Scherrer, uns den Zauber einer Landschaft vor Augen zu führen, wie auch das Geheimnis eines Märchens in einem Bild zu zeigen. Ihr feiner Humor, der in ihren Karikaturen zum Ausdruck kommt, begleitet ihr ganzes Werk, besonders auch in ihren Briefen.
Hedwig Scherrer war eine grosse Persönlichkeit - als Mensch ebenso wie als Künstlerin. Obwohl nie in Vergessenheit geraten, wird ihr Gesamtkunstwerk in ihrer Bedeutung erst jetzt wieder entdeckt.
Besonders interessant für ihren künstlerischen Weg ist sicher, dass sie nach ihrem Eintritt in die Zeichenschule des Gewerbemuseums St. Gallen im Jahre 1894 Unterricht durch Emil Nolde und Johannes Stauffacher erhielt. Diese hervorragende Ausbildung legte das Fundament für ihre spätere Entwicklung. Sie wählte in der Folge aber ihren eigenen, absolut selbst bestimmten Weg.
So bescheiden sie war, hat Hedwig Scherrer dank ihrer Vielseitigkeit auf verschiedenen Gebieten Grosses geleistet – sei es als Künstlerin wie auch als unerschrockene Kämpferin für den Frieden.
Eine besondere Stellung in ihrem Werk kommt den Miniaturen zu. Einerseits schuf sie diese kleinformatigen Kunstwerke bewusst für Broschen und Anhänger, andererseits schätzte sie diese Malereien so sehr, dass sie oft Hinweise zur sorgfältigen Aufbewahrung gab und sogar spezielle Mäppchen anfertigte, um diese kleinen Meisterwerke zu schützen und ihnen einen würdigen Platz zu geben.
Wenn der Tod kommt und mir zuflüstert:
«Deine Tage sind zu Ende», lass mich ihm sagen:
«Ich habe in der Liebe gelebt und nicht bloss in der Zeit».
Er wird mich fragen: «Werden Deine Lieder bleiben»?
Dann will ich antworten:
«Ich weiss es nicht, aber das eine weiss ich: oft wenn ich sang,
fand ich meine Ewigkeit».
Tagore
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Aus der Auktion am 28. Oktober:

Nr. 109
Hedwig Scherrer (1878 - 1940)
"Emmental".
Farbstift / Mischtechnik auf Papier.
14 x 18 cm
Schätzpreis: CHF 2'200.- / 1'200.-
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